Steuerfahnder jagen Influencer: 300 Millionen Euro Rückstände aufgedeckt
Elsa SteySteuerfahnder jagen Influencer: 300 Millionen Euro Rückstände aufgedeckt
Influencer in Nordrhein-Westfalen müssen mit schärferen Steuerregeln rechnen, da die Behörden gegen undeklarierte Einnahmen vorgehen. Bundesweit geraten über 7.000 Content-Creator unter die Lupe – bei Ermittlungen wurden bereits 300 Millionen Euro an Steuerrückständen aufgedeckt. Mittlerweile erstreckt sich die Überprüfung nicht mehr nur auf das Bundesland: Auch in Berlin, Baden-Württemberg und anderen Ländern häufen sich die Fälle.
Steuerpflichtig sind Influencer, sobald sie mit ihren Aktivitäten Geld verdienen – oder dies beabsichtigen. Dazu zählen Einnahmen aus Markenkooperationen, Merchandise-Verkäufen, Affiliate-Marketing oder sogar Geschenke und kostenlose Leistungen. Alles, was einen Marktwert hat – etwa Hotelaufenthalte oder Produktzuschüsse –, muss versteuert werden.
Um den Vorschriften zu genügen, müssen Influencer mit regelmäßigen Einnahmen ein Gewerbe anmelden. Wer jedoch weniger als 24.500 Euro pro Jahr erwirtschaftet, ist automatisch von der Gewerbesteuer befreit. Nach der Anmeldung bleibt ein Monat Zeit, einen steuerlichen Fragebogen auszufüllen.
Betriebsausgaben wie Equipment oder Reisen können das zu versteuernde Einkommen mindern – allerdings nur bei Vorlage von Belegen. Zudem müssen Finanzunterlagen für mögliche Prüfungen archiviert werden. Die Steuererklärung ist bis zum 31. Juli des Folgejahres fällig, bei Zusammenarbeit mit einem Berater sind Fristverlängerungen möglich.
Den Anfang machte Nordrhein-Westfalen, wo derzeit 200 Verfahren laufen. Allein in Niedersachsen wurden seit 2017 258 Ermittlungen eingeleitet. Besonders im Visier der Behörden stehen Creator, deren Ausgaben auf höhere Einnahmen hindeuten, als sie angegeben haben.
Die gezielten Kontrollen der Steuerbehörden haben bereits erhebliche Lücken in den Deklarationen offenbart. Mit verschärften Prüfungen müssen Influencer nun sicherstellen, dass sämtliche Einnahmen und Sachleistungen korrekt erfasst werden. Bei Verstößen drohen Nachzahlungen, Strafen oder weitere rechtliche Konsequenzen.
NRW Tax Authorities Probe 6,000 Influencer Datasets in 300M€ Enforcement Drive
NRW tax authorities have intensified their scrutiny of influencers, now investigating 6,000 datasets from social media platforms. Key details include:
- The LBF NRW is examining 6,000 datasets from major social media platforms.
- The estimated tax damage from non-declared earnings is 300 million euros, affecting only NRW-based influencers.





