Verfallenes Polizeirevier in Wuppertal: Beamte kämpfen mit Schimmel und Stillstand
Elsa SteyVerfallenes Polizeirevier in Wuppertal: Beamte kämpfen mit Schimmel und Stillstand
Polizeistandort in Wuppertal verkommt nach Jahren des Stillstands
Das wichtige Polizeigebäude an der Müngstener Straße in Wuppertal, in dem zentrale Einheiten und die Waffenverwaltung untergebracht sind, leidet unter massiven Schäden: Wassereinbrüche, Schimmelbefall und Schädlingsplagen setzen dem Komplex seit Jahren zu. Trotz der drängenden Probleme ringt die Politik nun um die Zukunft des Standorts – doch steigende Kosten und politische Spannungen erschweren eine Entscheidung.
Das im Besitz der Landesbauverwaltung stehende Gelände ist schon lange in desolatem Zustand. Beamte müssen mit undichten Abwasserleitungen, maroden Gebäudestrukturen und notdürftigen Reparaturen leben, die die grundlegenden Mängel nicht beheben. Aktuell gibt die Polizei rund vier Millionen Euro jährlich für Mieten aus – eine Sanierung könnte die Kosten jedoch auf bis zu 30 Millionen Euro pro Jahr hochtreiben.
Innenminister Herbert Reul hat zwar für das kommende Jahr zusätzliche 1,1 Milliarden Euro für die Polizeiinfrastruktur zugesagt. Doch nach Angaben von Philipp Sprengel vom Bund der Steuerzahler wird die Wuppertaler Polizei davon vorerst nichts sehen. Reul pocht zwar auf den Erhalt des Standorts, lehnt aber „überzogene Preise“ ab und warnt davor, „übers Ohr gehauen“ zu werden.
Derweil laufen die Planungen für die Zukunft des Geländes auf Hochtouren, alle Beteiligten sind in die abschließenden Verhandlungen eingebunden. Ausgeschlossen ist seit Mitte Mai jedoch der Wuppertaler Polizepräsident. Dieser hat zudem die vorgeschlagene Mieterhöhung abgelehnt und bereits Kündigungen für Teile der Gebäude erhalten.
Die Auseinandersetzung lässt die Wuppertaler Polizei zwischen verfallenen Räumlichkeiten und finanzieller Blockade zurück. Ohne schnelle Investitionen werden sich die Probleme weiter verschärfen. Währenddessen arbeiten die Beamten unter unzumutbaren Bedingungen weiter – während die Verantwortlichen über Kosten und langfristige Lösungen streiten.






