28 March 2026, 18:24

Waldstück "Sündchen" fällt dem Tagebau zum Opfer – trotz Naturschutz-Proteste

Luftaufnahme einer gro├čen Industrieanlage in Leipzig, Deutschland, beschriftet mit 'Bell Europe', mit Geb├Ąuden, B├Ąumen, Stra├čen und Strommasten.

Was Sie über die Rückführung des 'Sündlichen Waldes' wissen müssen - Waldstück "Sündchen" fällt dem Tagebau zum Opfer – trotz Naturschutz-Proteste

Waldstück "Sündchen" soll für Tagebau weichen – Streit um Umweltzerstörung im rheinischen Revier

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Ein kleines Waldgebiet mit dem Namen Sündchen soll in der Nähe des deutschen Tagebaus Hambach gerodet werden. Die Räumung hat die Debatte über die Umweltzerstörung im rheinischen Braunkohlerevier neu entfacht. Der Energiekonzern RWE behauptet, die Abholzung sei notwendig, um künftige Uferböschungen eines Sees zu stabilisieren. Kritiker hingegen werfen dem Unternehmen vor, damit ein weiteres intaktes Ökosystem zu zerstören.

Das Sündchen liegt östlich des Hambacher Forstes, einem separaten Gebiet, das nicht vom Braunkohle-Kompromiss von 2018 erfasst wurde, der den größeren Nachbarwald vor der Abholzung bewahrte. Benannt nach örtlichen Legenden, wonach sich dort einst Dorfjugendliche heimlich trafen, steht der Wald nun vor der Fällung im Rahmen von RWE-Plänen. Das Unternehmen versichert, alle artenschutzrechtlichen Prüfungen und Genehmigungen lägen vor – gestützt auf ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster von Januar, das Einsprüche wegen Lebensräumen der Bechsteinfledermaus zurückwies.

Die Baumfällungen sind ab dem 1. Oktober erlaubt, und die Stadt Kerpen hat den Zutritt ab dem 20. Oktober verboten, was einenGroßeinsatz der Polizei auslöste. RWE argumentiert, der abgebauten Kies diene der Stabilisierung der Ufer eines künftigen Sees – Teil des Plans von Nordrhein-Westfalen, ehemalige Tagebaue nach dem Ende des Braunkohleabbaus bis 2030 zu fluten. Jahrzehntelanger Abbau hat bereits tiefe Krater in der Region hinterlassen und die Landschaft nachhaltig verändert.

Kritiker jedoch fragen, ob Sand und Kies stattdessen für Luxusprojekte wie eine Yacht-Marina genutzt werden könnten. Zwar betont RWE, Schutzmaßnahmen seien ergriffen worden, doch öffentliche Angaben fehlen: Unklar bleibt, wie viele geschützte Arten betroffen sind und welche konkreten Schritte umgesetzt werden.

Die Rodung geht mit juristischer Rückendeckung voran, doch das Sündchen bleibt ein Symbol für die ökologischen Abwägungen der Region. Seine Beseitigung wird die Gegend weiter prägen, während der Bergbau ausläuft und aus Tagebauen Seen entstehen. Die Diskussion um sein Schicksal zeigt die anhaltenden Spannungen zwischen industrieller Planung und Naturschutz auf.

Quelle