28 March 2026, 14:25

Warendorfs Stadtrat lehnt Umbenennung umstrittener Straßennamen ab

Schwarzes und weißes Foto einer Stadtstraße mit Gebäuden mit Fenstern, Geländern und Namensschildern sowie einer Straße unten.

Warendorfs Stadtrat lehnt Umbenennung umstrittener Straßennamen ab

Der Stadtrat von Warendorf hat beschlossen, die Namen dreier umstrittener Straßen beizubehalten, nachdem ein Antrag auf Umbenennung abgelehnt wurde. Die Entscheidung folgt einer Empfehlung eines Bürgergremiums, das sich für eine Änderung der Bezeichnungen Wagenfeldstraße, Agnes-Miegel-Weg und Heinrich-Tenhumberg-Straße ausgesprochen hatte. Der Rat begründete seine Ablehnung jedoch mit finanziellen Bedenken und mangelnder öffentlicher Unterstützung für eine Umbenennung.

Die Debatte war entfacht worden, nachdem sich ein lokales Bürgerbündnis für die Entfernung einer Tafel mit einem Zitat von Agnes Miegel am Rathaus eingesetzt hatte. Dieselbe Gruppe hatte sich zuvor für die Umbenennung der Straßen starkgemacht und historische Verstrickungen der Namensgeber behauptet. Allerdings gab es keine Belege dafür, dass die Personen, nach denen die Straßen benannt sind, offizielle Funktionen während der Zeit des Nationalsozialismus innehatten.

Laut Schätzungen des Rates wären die Kosten für den Austausch der Straßenschilder mit etwa 5.700 Euro zu veranschlagen gewesen. Ratsmitglied André Wenning sprach sich gegen die Umbenennung aus und verwies darauf, dass Gespräche mit Anwohnern gezeigt hätten, dass die Mehrheit die Änderung ablehne. Die Ausgaben und der administrative Aufwand stünden in keinem Verhältnis zum Nutzen, argumentierte er.

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Alternativvorschläge, wie etwa die Anbringung eines Zitats des ortsansässigen Autors Paul Schallück anstelle von Migels Text, wurden ebenfalls verworfen. Reinhold Schoppmann, Mitglied des Bürgerbündnisses, kritisierte den Rat dafür, Kostenersparnis über einen möglichen Kompromiss gestellt zu haben. Trotz der Einwände hielt die Ratsmehrheit an ihrer Entscheidung fest – die Straßennamen und die Gedenktafel bleiben damit unverändert.

Mit dem Beschluss behalten die Wagenfeldstraße, der Agnes-Miegel-Weg und die Heinrich-Tenhumberg-Straße ihre bisherigen Namen. Auch die Tafel am Rathaus verbleibt an ihrem Platz. Finanzielle Zwänge und das Feedback der Bürger waren letztlich ausschlaggebend für die endgültige Entscheidung.

Quelle