13 March 2026, 14:20

ZDK und ZVK am Scheideweg: Satzungsreformen verschärfen Machtkampf im Handwerk

Ein Mercedes-Benz A-Klasse Hatchback mit glänzender schwarzer Lackierung und Chromakzenten, das auf der IAA in Frankfurt ausgestellt ist, umgeben von Menschen.

ZDK und ZVK am Scheideweg: Satzungsreformen verschärfen Machtkampf im Handwerk

Ein erbitterter Streit zwischen dem ZDK und dem ZVK hat im Januar zu weitreichenden Satzungsreformen geführt. Die Änderungen markieren den ersten Schritt in Richtung einer möglichen institutionellen Trennung. Beide Seiten stehen nun an einem entscheidenden Punkt ihrer langjährigen Partnerschaft.

Die Reformen folgen auf Monate wachsender Spannungen, in deren Verlauf der ZVK kürzlich 95 Prozent der Mitgliedsbeiträge des ZDK gefordert hatte. Der ZDK hat darauf mit einer Neuordnung seiner Regeln reagiert und bereitet sich auf mögliche juristische Auseinandersetzungen vor.

Der ZDK wirft dem ZVK vor, ein "bewusst konstruiertes Szenario" geschaffen zu haben, um eine Trennung zu erzwingen. Nach Angaben der Organisation zielen die überarbeiteten Satzungen darauf ab, eine Spaltung zu verhindern, indem sie Rollen und Verantwortlichkeiten klarer definieren. Dennoch deuten die Reformen auch auf eine deutliche Verschiebung der Machtverhältnisse hin.

Nach den neuen Regeln endet die gemeinsame Besetzung von Gremien, und garantierte Sitze für den ZVK werden abgeschafft. Künftig soll nur noch ein Vorstandsposten aus den Reihen des Handwerks stammen – ein Bruch mit der Tradition vererbter Positionen. ZDK-Präsident Thomas Peckruhn und Geschäftsführer Jürgen Hasler präsentieren die Änderungen als Schritt zu mehr Transparenz und einer besseren Abbildung der branchenspezifischen Realitäten.

Zudem eröffnet der ZDK direkte Mitgliedschaftswege für Betriebe. Diese Maßnahme soll verhindern, dass Innungen isoliert werden, falls sich ihre Landesverbände zurückziehen. Die regionale Aufklärungsarbeit wird intensiviert, um Gründe und Folgen einer möglichen Trennung zu erläutern.

Ursprünglich dreht sich der Konflikt um Gebühren für Fahrzeugprüfungen, doch die juristischen Argumente haben inzwischen an Gewicht verloren. Die eigentlichen Ursachen liegen mittlerweile in tieferliegenden strukturellen Differenzen. Eine Rückkehr zur Zusammenarbeit bleibt möglich – vorausgesetzt, der ZVK akzeptiert den neuen Rahmen und erkennt die richtungsweisende Autorität des ZDK in Bonn an.

Die Reformen führen strengere Kontrollen über Mitgliedsbeiträge und Vorstandsbestellungen ein. Betriebe erhalten nun alternative Wege, um mit dem ZDK verbunden zu bleiben. Ob die Änderungen die Spannungen entschärfen oder die Spaltung beschleunigen, hängt von den nächsten Schritten des ZVK ab.

Rechtliche Herausforderungen könnten dennoch folgen, da der ZVK bereits Widerstand signalisiert hat. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die beiden Organisationen gemeinsamen Boden finden oder eine formelle Trennung vollziehen werden.

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