Von Schwarzfahrt zu Sechsfachmord: Der rätselhafte Fall des Bonner Bahnhofs
Hans-Werner RöhrichtVon Schwarzfahrt zu Sechsfachmord: Der rätselhafte Fall des Bonner Bahnhofs
Eine routinemäßige Polizeikontrolle im Bonner Hauptbahnhof führte am 18. März 2024 zur Festnahme eines 20-jährigen Mannes. Die Beamten stellten fest, dass er im Zusammenhang mit einem schweren Raubfall gesucht wurde – weitere Ermittlungen brachten später noch weit schwerwiegendere Vorwürfe ans Licht.
Bundespolizisten sprachen den Mann während einer standardmäßigen Kontrolle im Bonner Hauptbahnhof an. Er war in Koblenz ohne gültiges Ticket in einen Intercity-Express zugestiegen. Auf Nachfrage gab er zunächst an, keinen Ausweis bei sich zu tragen.
Eine Überprüfung seiner Personalien förderte jedoch schnell seine wahre Identität zutage – und dass die Kriminalinspektion Koblenz bereits nach ihm fahndete. Die Behörden brachten ihn mit einem besonders schweren Raubfall in Verbindung, woraufhin er umgehend in Untersuchungshaft genommen wurde.
Der Fall nahm im Laufe des folgenden Jahres eine dramatische Wendung. Am 15. Mai 2025 erhob die Staatsanwaltschaft Bonn offiziell Anklage wegen sechsfachen Mordes und eines versuchten Mordes. Den Ermittlungen zufolge soll der Beschuldigte Mahlzeiten vergiftet haben, wodurch mehrere Menschen ums Leben kamen. Sein Prozess begann am 12. Januar 2026 vor dem Landgericht Bonn.
Stand März 2026 läuft das Verfahren noch. Die Behörden prüfen weiterhin, ob weitere Personen beteiligt waren oder zusätzliche Vorfälle stattfanden. Zudem muss sich der Angeklagte noch wegen der ursprünglichen Schwarzfahrt verantworten.
Was mit einer einfachen Ticketkontrolle begann, führte zur Ergreifung eines Verdächtigen in einem brutalen Raubfall – und später zur Aufdeckung einer Reihe mutmaßlicher Vergiftungen. Während der Prozess läuft, arbeiten die Staatsanwälte daran, ihre Beweislage zu festigen und mögliche weitere Verbindungen aufzudecken. Das Urteil wird von den in den kommenden Monaten vorgerichteten Beweisen abhängen.






